
Entsprechend ihrer Funktion werden die Muskelfasern in zwei grundsätzlich zu unterscheidende Typen unterteilt. Desweitern wird Typ II in zwei Untergruppen unterteilt (siehe Muskelfasertypen).
Typ I
Wenig ermüdbare, schmale, metochondrienreiche (Ort des Stoffwechsels), kapillarreiche, reich an Enzymen des aeroben Stoffwechsels, langsam kontraktierende, ausdauernde und geringe Spannung aufweisende Typ I Faser. Genannt: Slow-Twitch Fibers (langsam zuckende) Muskelfasern.
Typ II
Schnell ermüdbare, breite, schnell kontraktierende, reich an Phosphaten, Glykogen und Enzymen des anaeroben Stoffwechsels, hohe Spannung aufweisend, überwiegend glykolytischer Stoffwechsel (anaerob), geringe Mitochondrienzahl aufweisende Typ II Faser. Genannt: Fast- Twitch Fibers (schnell zuckende) Muskelfaser. Es werden in der Literatur noch weitere Unterscheidungen angeführt, die aber für das weitere Verständnis nicht notwendig sind. Wichtig ist, daß die Häufigkeit der unterschiedlichen Fasertypen weitgehend genetisch veranlagt ist. Ca. 60 % der Muskelfaserzusammensetzung ist erbgebunden. Der überwiegende Teil der Bevölkerung hat eine ausgewogene Veranlagung der verschiedenen Muskelfasertypen. Die Verteilung scheint durch Training nur wenig veränderbar zu sein. Die Muskelfaserverteilung ist bei den meisten Menschen 50% : 50 % mit einer Toleranzbreite von ca. 20 % gleich angelegt, es können jedoch Extreme auftreten, wie z.B. 90 % : 10 %. In diesen Ausnahmefällen kann man dann vom "geborenen Sprinter" oder einem "geborenen Ausdauersportler" sprechen. Die Slow-Twitch Fasern (langsam zuckende Fasern) haben in erster Linie die Aufgabe der Ausdauerentwicklung und der Stützmotorik. Fast-Twitch Fasern (schnell zuckende Fasern) haben die Aufgabe der schnellen Kraftentwicklung und der Zielmotorik. Sie sind unterschiedlich innerviert. Die ST-Fasern über langsam leitende Neuriten (Nervenleitbahnen) von kleinen Alpha-Motoneuronen des Rückenmarks mit kontinuierlichem Impulsmuster (Stützmotorik), die FT-Fasern über schnell leitende Neuriten von großen Alpha- Motoneuronen mit diskontinuierlichem Impulsmuster (Zielmotorik).

Überblickt man die Faserverteilung beim Menschen, dann wird deutlich, daß das Faserspektrum der einzelnen Skelettmuskeln eine bestimmte Funktionsbezogenheit widerspiegelt, so sind beispielsweise der zweiköpfige Armmuskel (m. Bizeps brachii) und der innere Schenkelmuskel (m. Vastus medialis) durch ihren relativ geringen ST-Faseranteil typische "Schnelligkeitsmuskeln", während der Delta- Muskel (M. Deltoideus), der Zwillingswadenmuskel und der Schollenmuskel (M. Gastrocnemius und M. Soleus) infolge ihrer dominierenden Anteile an ST-Fasern zu "Halte- und Ausdauerfunktionen" prädestiniert sind.
Diese Erkenntnisse sind für die spätere Trainingsgestaltung von enormer Wichtigkeit, um z.B. funktionelle Kontraktionsgeschwindigkeiten (Winkelgeschwindigkeiten) vorzugeben, die der Funktion des Muskels gerecht werden. Die Muskelfasern sowie die aus vielen Muskelfasern zusammengesetzten Muskelbündel sind von Bindegewebe (Faszien, Binden) umhüllt. Sie haben eine Schutz- und Führungsfunktion. Bei der Funktion des Muskels spielen die elastischen Eigenschaften dieser Bindegewebsanteile eine wichtige Rolle bei der Kraftentwicklung (Speicherung der Energie). Die Kraft der Muskulatur (Zugwirkung) wird über Sehnen übertragen. In der Muskulatur selbst (Muskelspindeln) sowie an den Sehnen stehen Rezeptoren (Golgi-Rezeptoren) zur Verfügung, die genaue Auskunft über den Spannungszustand sowie Dehnung der muskulatur an das Zentralnervensystem rückmelden.
Durch diese Rückmeldung wird bei hohen und plötzlich eintretenden Belastungen Verletzungen vorgebeugt, indem die Spannung auf ein vom Muskel- Sehnenapparat tolerierbares Maß herabgestzt wird. Wichtig ist, sich von der Vorstellung zu lösen, daß nur einzelne Muskeln isoliert Arbeit verrichten. Die Muskulatur arbeitet in funktionellen Muskelschlingen zusammen. Muskeln, die bei einer Bewegung zusammenarbeiten werden "Synergisten" genannt. z.B. M. Bizeps brachii und der M. Brachialis bewirken zusammen die Beugung des Unterarmes. Muskeln, die einer bestimmten Hauptbewegung entgegenwirken, bezeichnet man als "Antagonisten". In unserem Beispiel ist der Armstrecker (M. Trizeps brachii) ein antagonistisch wirkender Muskel.
Muskelfasern werden in drei Typen eingeteilt, die unterschiedliche funktionelle Eigenschaften aufweisen.
In der Skelettmuskulatur liegen immer Fasern von Typ I und Typ II vor, lediglich der Prozentsatz der einzelnen Anteile ist unterschiedlich hoch. Die Rumpfmuskulatur besteht vorwiegend aus roten Muskelfasern, bei der Extremitätenmuskulatur ( Arme / Beine) überwiegen weiße Muskelfasern. Wie die Skelettmuskulatur ist die Herzmuskulatur zum Teil quergestreift und damit zu sehr raschen Kontraktionen geeignet. Sie kontrahiert unwillkürlich und kann sich nicht verkrampfen.
Geschrieben von Mr.FrEEzEr